Bildergebnis für Flagge sardinien

 

 
   

                 Sardinien 2018

   
 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Nach unserem Trip in die Kälte über Weihnachten Neujahr (Rumänien, Moldawien, Transnistrien & Ukraine) wäre ein Ziel mit milderen Temperaturen und für uns noch ein weisser Fleck auf der Weltkarte wünschenswert. OK, 10 Tage Zeit, wohin des Weges?

Die Erzählungen einer Familienangehörigen haben unsere Ohren spitzig werden lassen.

Sardinien? Sardinien!

 

Überfahrt mit der Fähre von Genua nach Porto Torres und kreuz und quer Sardinien erkundigen. Gerne auch abseits der Strassen, wenn möglich.

Jedoch wird zuerst die Provinz Sassari und Region Gallura erkundet, am Capo d`Orso finden wir direkt am Meer Unterschlupf und geniessen bei warmen Temperaturen das erste Ichnusa.

Tags darauf fahren wir an der Nordküste entlang zum Monte Tinnari, die Schotterpiste führt bis zum alten Turm, die Aussicht Isola Rossa und Umgebung prächtig. Es grünt und blüht, denn laut Aussage von Klaus & Begleitung (Zufallsbekanntschaft & ebenfalls Landrover-Fahrer) hat es die letzten Tage regelmässig geregnet. Vielen Dank für die Off-Road-Informationen.

Weiterfahrt an der Nordwestküste nach Alghero  Richtung Bosa/Provinz Oristano.

Beim Camping S`Abba Druche finden wir „unseren“ Platz, denn es geht am offiziellen Stellplatz vorbei und endet in blühender Botanik auf einem einsamen Klippenvorsprung, 4x4 sei Dank.

Am Folgetag fahren wir in die Provinz Nuoro, in Oliena hoch auf der Strada Provinciale 22 Richtung Punta Carabidda, der Asphalt endet beim Area picnic di Maccione, ab da geht es auf Schotter weiter & 4x4 von Vorteil.

Gleichentags besuchen wir Orgosolo, mitten der Supramonte, liegend im Herzen der Barbagia  und Fonni, das höchstgelegene Bergdorf Sardiniens (1000müM).

In Bari Sardo finden wir am Meer ein Plätzchen und lassen den Tag mit Ichnusa und Fussball (Atalanta-Milan/ 1:1) ausklingen.

Die Einsätze, sprich Fahrten auf den Monte Tinnari und nach Punta Carabidda wollen nun  erhöht werden, es geht nach Ulassai.

 

Auf Velo- und Fussweg I.....

Wir fahren auf der Strada del Rito zur Chiesa Santa Barbara. Ab der Chiesa ist der Asphalt zu Ende und wir fahren auf Schotter- und Forstwegen, über Bachfurten, an Schluchten vorbei Richtung Südosten. (Koordinaten können gerne erfragt werden, jedoch ist der Weg auf Google Map gut zu erkennen)

Wieder auf Asphalt (SP13), fahren wir in die Gemeinde Perdasdefogu liegend im Bergland des Salto di Querra.

Das eigentliche Ziel war Armuniga, auf unserer Wanderkarte auch ein Weg dorthin verzeichnet, aber eben.....

Militär liegt in der Luft und Militärerde unter unseren Landrover-Rädern.

Poligono Sperimentale e di addestramento interforza salto di quirra (PISQ) und wir mitten drin.

Sperrgebiet!!!!!!! Mahlzeit, oder eben Ende Gelände beim Monte Cardiga!!!!!

Wo bitte ist der Ausgang? Retourgang und eben mal links abgebogen, der Weg nach Armuniga muss ja irgendwo sein. Auf der Karte ja, im Gelände? Eh, nein.

Wir jagen, nein wir fliegen fast schon in einem Höllentempo auf einer Holperpiste am Stacheldrahtzaun entlang, und.......enden wieder am Monte Cardiga, sch....... aber auch.

Zum Ausgangspunkt, Perdasdefogu, zurück, ab in die Provinz Sud Sardegna nach Muravera. Am Meer beim Torre delle Saline ein Stein zum runterkriechen gefunden. Uff!

 

Von der Südostküste wird die Weiterfahrt nach Westen geplant, mit Ziel Gemeinde Sant`Antioco im Süden der Provinz Sud Sardegna.

Quer durch will gefahren werden, der 1. Versuch der Landesquerung scheitert am Riu di Monte Porceddus, nach mehreren Flussdurchquerungen landen wir immer vor verschlossenen Gattern, kein Weiterkommen.

 

Auf Velo- und Fussweg II....

Der 2. Versuch, ein Fahrrad- und Wanderweg auf der Wanderkarte ab Castidas, bringt uns „raus“. Der Start, trotz Verbotsschild (ja, ich weiss, aber....) auf der Strada SP 20, dann rechts abzweigen und der Kampf nach oben beginnt, Richtung Perda de sa Mitra (Sfinge).

Durch die vergangenen Regenfälle, schraubt sich unser Tofu über den ausgewaschenen Wanderweg nach oben. Tiefe Furchen und Fahrrillen wollen bezwungen werden, Ausgang unklar, da das GPS sich verabschieden hat und wir nur noch mit Karte und Kompass navigieren.  

Auf einer Hochebene durchqueren wir im Schaukelgang und Gischt um die Nase, man könnte meinen wir sind mit einem Boot auf See unterwegs, gröbere Wasserlöcher, Mulden, und Bodenwellen. Alles hüpft, ruckt, schaukelt, wackelt, inklusive Herz der 4x4-Crew.

Ab dem Verzweiger zur Sfinge will sich nun nach unten geschraubt werden, am Bivio Bruneu S`Olioni vorbei Richtung Südwesten.

Der Gesundheitszustand des tapferen Fahrers und die Aussicht auf Regenschauer lassen das Tempo schneller werden, im Rumpelmodus zurück in die Zivilisation. Wir treffen kurz vor Geremeas wieder auf Asphalt. 

Nun mit maximaler Geschwindigkeit und wiedermal im höchsten Gang geht es nach Sant`Antioco.

 

Im Regen finden wir im Camping Tonnara eine gute Unterkunft und noch besser,  ein Unimog.

Isabelle und Adu, Sardinien-Kenner, unteranderem mit Hobby Freitauchen. Wir dürften sie an der Spiaggia di Cala Sapone bei ihrer Leidenschaft beobachten & filmen. Taucheranzug, Flossen mit besonders langen Blättern, Taucherbrille mit Schnorchel, Bleigürtel, Mini-Boot/Boje mit 10m Seil und Harpunen. Gut eine Stunde wird bei ca. 14° die Unterwelt abgeschwommen, wo sie gerade sind, immer gut erkennbar an den orangen Minibooten. Der Ausstieg bringt klare Erkenntnis, es gibt Spaghetti zum Znacht.

Und gesponsert von Isabelle und Adu, licore de murta rosso (Mirto), vielen Dank dafür und auch für den unterhaltsamen und gesprächsintensiven Abend.  Wir wünschen weiterhin erholsame Ferien.

 

BMW-Sändele...

Wir fahren entlang der Küste Richtung Costa Verde, Abstecher nach Torre di Cala Domestica, wo wir einen BMW-Motorradfahrer mit Partnerin mit vollem Körpereinsatz aus dem „Sand“ befreien (gut, ich nicht, hatte ja zu filmen), die „Rettungsaktion“ wurde mit einer Kaffeeeinladung  in Buggerru  belohnt (Ostschweizer BMW-Fahrer, Namen weiss ich leider nicht mehr).

 

Vom Gefängnis zum oasischen Paradies

Weiter Richtung Arbus, erneuter Abstecher zur Oasi WWF di Scivu und Casa Di Reclusione Is Arena (Gefängnis, und nein wir waren nicht eingeladen, trotz Ausflug ins Sperrgebiet) und fahren weiter zu unserem Endziel Camping Sciopadroxiu (Name = Seitenarm des Rio Naracauli) gelegen in Dune di Piscinas.

Tolles Plätzchen im Wäldchen gefunden, Coli (unser Baker Tent) aufstellen, im gediegenen Restaurant Spaghetti geniessen und dem dolce far niente frönen.

Spaziergang durch die Dünen ans Meer, wo Zeitzeugen des Bergbaus das Bild prägen. Die sehr breiten Flussbeete weisen noch immer auf das Anschwellen der Bäche durch die reichen, vergangenen Regentage hin. Die Weiterfahrt nach Portu Maga sei aber für uns machbar, lässt man uns wissen.

Wir schreiben den 19. Mai, unser vorletzter Tag auf Sardinien, wir packen und verlassen unsere Oase „ Camping Sciopadroxiu“ Richtung Norden, das Ziel Stintino.

Die SP4 führt uns zuerst durch die Furt Riu Naracauli und dann zur Furt Rio Piscinas oder auch Riu Rosso genannt.

 

„Mann über Bord“....

Die vergangenen regenreichen Tage haben im Flussbett richtige Swimmingpools entstehen lassen, jedoch ist eine sichere Flussquerung ohne Vollbad deutlich zu erkennen. Nun ja, wohl nicht für jedermann.

Ein LKW-Fahrer hat sich verschätzt und steckt halb im Pool fest, mit undankbare Unterlage, Kies.

Der Fahrer barfuss, weinend und am Ende! Keine Sorge, Rettung naht.

Per Funk und zu Fuss durch Frau wird Tofu durch Mann an der anderen Uferseite auf Position gebracht, Seilwinde wird ausgefahren und am LKW montiert.

Motoren werden gestartet und es wird gezogen. Der LKW bewegt sich ein kleines Stück nach vorne, kippt hinten leicht seitlich....  und Ende. Tja, die Ränder leider schief, sprich das vor sich her geschaufelte Kies blockieren die Weiterfahrt nach vorn, also schaufeln.

Ja, ja mit den Händen geht auch. Und ein weiterer Versuch steht an.

Alle auf Position, Motoren an und es wird gezogen und Gas gegeben, alles mögliche heult, auch die filmende Frau (Rausschneiden, ist nicht!).

Mit letzten Anstrengungen hopst der LKW dank Seilwinde aus seiner misslichen Lage raus (fast auf Tofu drauf) und findet sich auf festem Boden wieder, uff, geschafft.

Der LKW-Fahrer bedankt sich überglücklich, möchte uns etwas schenken, doch habe er leider nur Schmutzwäsche geladen und sonst nichts.

Alles gut, erklären wir ihm, unser Tun inspiriert & motiviert durch Salman (siehe Iran) und kommend von Herzen.

 

Gefängnisausbruch..

Unsere Weiterfahrt nach Stintino unspektakulär und ein Tag vor der Fährenabfahrt nach Genua  wollten wir wieder mal richtig duschen, somit war ein Campingplatz gesucht. Camping Village Torre del Porticciolo, der Name hätte uns schon warnen sollen, aber nun ja.

1. gelbes Armbad Pflicht, 2. Pizzeria und Pool zu, 3. der Markt erst ab 17.00 Uhr geöffnet

4. Willkommen im WoMO-Land, 5. wer die Wahl hat.....

= 6. Armband abgeben und raus wie ein geölter Blitz!!!!

 

 

Zuflucht ...

im Area Camper Rimessaggi, zwar keine Dusche, aber dafür extrem Einheimisch, eine hervorragende Küche und ein warmherziges mit Euch sein dürfen-Feeling.

Der letzte Tag verbrachten wir mit braten sardischen Kartoffeln, mit Souvenirs am Sonntagsmarkt in Porto Torres kaufen, mit knacken von sardischen Zigarettenautomaten, mit der Suche nach einem Bankomaten, mit in Quartierbars Ichnusa schlürfen und deren traditionelle Musik lauschen.

 

 

Fazit:

 

-           Vielen Dank an Deine Gastfreundschaft Sardininen & an Euch stolze Sarden.

-           Ichnusa ein Traumbier unbedingt testen. Das Essen gewohnt italienisch sehr gut.

-           Wenig Polizeipräsenz und kaum Ampeln.

-           Militärgebiet im Südöstlichen Sardinien meiden. Uran Testgebiet der Waffenindustrie. Es gibt zig Dokus darüber.

-           Motorradfahrer Mekka. Tourenfahrer in Scharen.

-           Hochsaison meiden, zu grosser Andrang und die Preise gesalzen.

-           Dringend in die Berge auf Schotterpisten fahren. Dort wo erstaunlich viele einheimische Land Rover zu sichten sind, seid Ihr richtig. Sardinien pur.

-           An der Küste traumhafte Buchten, Strände und glasklares Meer meist in Privatbesitz oder campieren verboten. Die Campingplätze oder besser Campingdörfer sind vielfach auf Monsterwohnmobile ausgerichtet, sprich farbige Armbänder, angrenzende Spielplätze, Hundeecken, und das Publikum meist weise und erfahrene Herrschaften.

Es gibt aber auch einfachere, die Suche lohnt sich. Stellplätze gibt’s auch und waren für uns meist die bessere Lösung.

-           Klima kann sehr rau sein. Die Sonne sehr heiss und der Schweiss kühlt eine kalte Brise im Nu ab. Ideal für Erkältungen.

-           Schlangen haben wir  einige gesehen und eine vor einem Lastwagen gerettet, ein langes Leben der Gelbgrünen Zornnatter.

 

Insider:

 

-           Timberland Schnappschuhe (ohne Klebstoff, gefährliches Vorwärtskommen)

-           Stacheldrahtzaunrennfahrer

-           Überflieger Tofu, Kompliment an Deine grenzenlose Leistung

-           Nikon gegen I Phone?

-           Korsika, doch zuerst Litauen, Lettland & Estland.

-           Kilometerstand jeweils notieren, gell, Ihr Fahrer.

 

 

 

zurück